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Sonntag, 15. Oktober 2017

Sachensucher

"Was ihr machen wollt, weiss ich nicht", sagte Pippi. 
"Ich werde jedenfalls nicht auf der faulen Haut liegen.
 Ich bin nämlich ein Sachensucher, 
und da hat man niemals eine freie Stunde."

(Astrid Lingren, in: Pippi Langstrumpf)


Freitag, 13. Oktober 2017

mir die Liebe nicht
stehlen lassen
von denen
die nicht lieben können.

mir meine Hoffnung nicht
nehmen lassen
von denen
die fertig sind mit dem Leben.

mir die Kraft nicht
absprechen lassen
von denen
die sich nicht hingeben.

liebend sein
verletzbar bleiben
das Leben riskieren
mich schutzlos hingeben.

und das
Recht des Menschen schützen
zu lieben
und geliebt zu werden.

(Andrea Schwarz)


Wo du geliebt wirst,
kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst,
zählst du nicht nur als Artist,
wo du geliebt wirst,
darfst du so sein, wie du bist.
Wo du geliebt wirst,
mußt du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen, auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Fehler machen
und du bist trotzdem nicht hässlich und klein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Schwächen zeigen
oder den fehlenden Mut,
brauchst du die Ängste nicht zu verschweigen,
wie das der Furchtsame tut.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumender sein,
und für Versäumnisse, fehlende Gaben
räumt man dir mildernde Umstände ein.
Wo du geliebt wirst,
brauchst du nicht ständig zu fragen
nach dem vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.

(Elli Michler)

Donnerstag, 12. Oktober 2017


genauer wünschen lernen

In einem rhythmus leben mit dir 
über die gleichen vögel lachen 
zusammen aufstehen murren und arbeiten gehen 
hungrig werden und mit dir kochen

In einem rhythmus leben gegen dich 
lieben wollen wenn du lesen willst 
diskutieren wenn du weinst 
nüchtern sein wenn du dich betrinkst

Wünschen möchte ich lernen 
mit dir und gegen dich 
da sein möcht ich für dich 
ohne mich aufzulösen

Dein bin ich und nicht dein 
aber immer noch vielmehr dein 
als ich je mein war 
was man genau genommen 
für einen gottesbeweis halten kann

(Dorothee Sölle)

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Montag, 9. Oktober 2017

Samstag, 7. Oktober 2017

In der Schwebe halten
was zart ist
die Sehnsucht und 
die Freundschaft

Von Liebe träumen
wenn der Himmel
weit ist und
die Nacht unendlich

Zu den Sternen blicken,
Heimweh haben- 
hoffen ...

(Gerhard Rombach)


Asia again




Dienstag, 3. Oktober 2017


Sehen und Staunen

Wollte ich jene beschreiben, 
die es vermögen,
sich in mein Herz zu stehlen - 
von jetzt auf gleich 
oder im Laufe der Zeit, 
so fiele mir auf, dass sie alle 
Eines gemeinsam haben. 
Es sind Menschen, die sehen:
Großes im Kleinen,
Fantastisches im Unscheinbaren, 
Überdauerndes im Vergänglichen
und darüber hinaus nie verlernt haben, 
über sich selbst und das Leben 
an und für sich zu staunen.

(Emma denkt.)

Und eines Tages
hörte sie einfach auf
zu warten irgendwo hinzukommen
Mehr zu sein oder
alles herauszufinden

Und sie legte sich
ins Gras hinein und
trank die Schönheit des unaufgeräumten
Wunders ihres Lebens
in sich hinein

(Hollie Holden) 

Sonntag, 24. September 2017

Donnerstag, 21. September 2017

Durch die Nacht

Und wenn
meine Sehnsucht
eine Stimme findet
und mit ihr tanzt
durch die Nacht

und wenn 
meine Trauer
mit der Wut
ins Bett steigt
um die Lust am Leben 
zu gebären

Und wenn 
mein Schmerz
mir in die Augen schaut
und ich nicht weiche

....bricht dann der Tag heran...

Mittwoch, 13. September 2017

Inmitten aller Vergänglichkeit

Einmal wichtig gewesen zu sein,
für jemanden, der einem selber
so wichtig war, dass man glaubte,
alles vorher sei unwichtig gewesen,
und nichts könnte nachher wichtiger werden
als dieses eine Mal –
es bleibt und wird zu erfülltem Leben.

Auch wenn man es längst vergessen wähnt.

(Christine Busta)

Herbst-Fundstücke



Sonntag, 10. September 2017


könnte ich
aufwachen
mit heiterem Herzen
die Leiter angelegt
an das Glück
der Schwerelosigkeit
Leben zu entdecken
im freien Flug

(Annemarie Schnitt)

Samstag, 2. September 2017

Mein Herz
 liegt 
in der 
rostigen 
Hülle der Trauer 

Meine Wege 
führen ins Wunder 

(Rose Ausländer)

Ich möchte kein ungelebtes Leben sterben.
Ich werde nicht in der Angst leben, 
zu versagen oder Feuer zu fangen.
Ich ziehe es vor, meine Tage zu bewohnen,
meinem Leben zu erlauben mich zu öffnen,
mich weniger ängstlich zu machen, zugänglicher,
mein Herz freizumachen bis es ein Flügel wird,
eine Fackel, ein Versprechen.
Ich ziehe es vor meine Wichtigkeit zu riskieren;
so zu leben, dass, was als Same zu mir gekommen
zum Nächsten als Blüte geht und das, was zu mir
als Blüte gekommen, als Frucht weitergeht.

(Dawna Markova)

Montag, 28. August 2017

Sommerkuchen

„Ich sauge den Sommer in mich rein wie die Wildbienen den Honig“, sagte sie. „Ich sammele mir einen grossen Sommerkuchen zusammen und von dem werde ich leben, wenn… wenn nicht mehr Sommer ist. Und weißt du, woraus er besteht?
Es ist ein einziger grosser Kuchen aus Sonnenaufgängen und Blaubeerreisig mit reifen Beeren und Sommersprossen, die du auf den Armen hast, und abendlichem Mondschein über dem Fluss und Sternenhimmel und Wald in der Mittagshitze, voll von Sonnenlicht auf den Fichten und Regenschauern und all sowas. Und voller Eichhörnchen und Füchse und Hasen und Elche und dazu alle Wildpferde, die wir kennen. Und auch noch unser Schwimmen und Reiten im Wald, ja, da hörst du, dass mein grosser Kuchen aus allem besteht, was Sommer ist.“

 (Astrid Lindgren, aus: Ronja Räubertochter)

Donnerstag, 24. August 2017

Das Herz bricht.
Immer und immer wieder.
Und es lebt,
weil es bricht.
Geh durch die Düsternis.
Geh durch die Nacht.
Aber geh nicht zurück.

(Stanley Kunitz)

Mittwoch, 23. August 2017

Spur

Mein ist der Morgen in den Wäldern.
Die Stille, die von Sternen fällt.
Die erste Spur hin zu den Feldern.
Und ich erschaffe mir die Welt.

(Eva Strittmatter)


Sonntag, 13. August 2017

ich will
nicht müde werden
deinen worten
die hand zu halten
und einen hafen frei zu halten
in dem dein herzschiff
ankern kann
ich will
nicht müde werden
dich zu lassen
wie du willst
und pläne machen
die so ungewiss sind
wie das leben

(Hermann Josef Schmitz)

Freitag, 4. August 2017

wieder geht ein sommer,
beugen sich rosen
unter später blüte,
steigen drachen am berg.
wahrscheinlich schnürt auch
daedalus in diesen tagen
neue flügel, um zu verbrennen
in der sonne, nicht im schnee.
wie mein verrücktes
herz mit dem moospelz
sich aufmacht, an knospen
zu glauben und früchte,
als wanderte die zeit
nicht weiter und würde grau.

(Bess Dreyer)