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Sonntag, 17. Dezember 2017

Freitag, 15. Dezember 2017

Die stets erneuerte Bitte,
solange ich bin
einige Dinge
zu sehen im Licht
unbegründeter Hoffnung.

(Erika Burkart)

Montag, 11. Dezember 2017

Im Wachtraum kam
Vom Flüstern eines Baumes mir 
Erinnerung an eine Zeit,
da blättern war mein Haar und ich
mit Wurzeln griff, mit Knospen fühlte,
den Himmel atmete, die Erde trank,
und manchmal, schmal und lautlos, trat
in eure innige Geschichte:
ein leichtes Wehen, ein Wink, ein Lächeln
im Äthergold.

(Erika Burkart)

Sonntag, 10. Dezember 2017


winterliebesgedicht

weilessokaltist
ziehensichdiewörterzusammen
aufdempapier
undwir
rückenauchganznah
zusammen
dannkönnenwiruns
liebenundwärmen
winterdukannstunsmal

(Hans-Curt Fleming)

Mittwoch, 6. Dezember 2017


(karindrawings)

Freitag, 1. Dezember 2017


Abspann

Abends, nach den späten
Filmen, wenn du dich aus 
der Leinwand schälst und 
wieder nackt und wund 
im eigenen Leben stehst:

Lösch rasch das Licht 
damit die Nacht aufgeht 
die allen Kummer 
allen Krempel auf ihren 
Grossen Wagen lädt. 

(Klaus Merz)

Sonntag, 26. November 2017

Samstag, 25. November 2017

Auskunft über Gedichte

Manchmal ist ein Gedicht
eine schüchterne Hand,
die sich im Dunkeln zu einem
Nächsten hinstreckt.
Du, ich bin da.
Ich freu mich, ich leide
ich bin nachdenklich wie du.
Ich bin müde
und kann auch nicht schlafen.

(Christine Busta)

Botschafter

Woher kommen die Wörter?
Ihr Stimmengeschwirr, ihr Flüstern, Turteln
die grellen Rufe heiseren Schreie?
Zugvögel sind es
uns zugeflogen aus anderen Zeitzonen

Die vor uns lebten haben sie angelockt
die Futterbretter der Träume
auch in Mangelzeiten
gut bestreut
auf den Flügeln der Wörter die Reise
gewagt in die Gedanken der Zukunft

Was wären wir ohne die Wörter
die schwirrenden
Botschafter?

Sässen im Käfig und fänden
die Tür nicht vom
Ich zum Du.

(Eveline Hasler)

Montag, 20. November 2017

Mitten im Leben 
denke ich an die Toten,
die ungezählten und die mit Namen.
Dann klopft der Alltag an, 
und übern Zaun
ruft der Garten. Die Kirschen sind reif!

(Günter Grass)

Samstag, 18. November 2017

Dienstag, 14. November 2017

Mittwoch, 8. November 2017

Worte von Wunderwanderungen.
Worte auf Wanderungen.
Flockenworte.
Lichte Worte entflohener Blumen.
Worte von schwebenden Bergen
oder wenn Sie dies übertrieben finden
Worte von Wolkenbergen.

(Hans Arp)

das stumme
übersetzt in die schneeesprache,
übersetzt in die windsprache.

wer versteht die spuren zu lesen
am frühen morgen? 

(Max Bollinger)

Sonntag, 29. Oktober 2017


Auch im Herbst
singen die Vögel
dies auserwählte Volk
Wir Maskenträger
haben verlernt
zu lauschen
dem Amselgespräch
und der innern Musik
Herbst
der freundliche Feind
Leg deinen Raum
in den Rahmen
der Zeit

(Rose Ausländer)

Sonntag, 22. Oktober 2017


Unruhige Zeiten, mein Schatz. Gut, dass fast immer
unsere Liebe in wilder Bewegung war,
mal ein Palast, oft nur ein schäbiges Zimmer,
schmerzvoll lebendig, doch immer wunderbar.

Ach, wer auf Häuser baut,
den schreckt jedes Beben,
wer sich den Banken verschreibt,
den versklavt ihre Macht.
Wer seinem Staat vertraut, der muss damit leben,
dass was heute noch Recht ist, oft Unrecht wird über Nacht.

Aber dennoch nicht verzagen,
überstehen.
Leben heisst Brücken schlagen
über Ströme, die vergehen.

(Konstantin Wecker)

Fundstücke


Sonntag, 15. Oktober 2017

Sachensucher

"Was ihr machen wollt, weiss ich nicht", sagte Pippi. 
"Ich werde jedenfalls nicht auf der faulen Haut liegen.
 Ich bin nämlich ein Sachensucher, 
und da hat man niemals eine freie Stunde."

(Astrid Lingren, in: Pippi Langstrumpf)


Freitag, 13. Oktober 2017

mir die Liebe nicht
stehlen lassen
von denen
die nicht lieben können.

mir meine Hoffnung nicht
nehmen lassen
von denen
die fertig sind mit dem Leben.

mir die Kraft nicht
absprechen lassen
von denen
die sich nicht hingeben.

liebend sein
verletzbar bleiben
das Leben riskieren
mich schutzlos hingeben.

und das
Recht des Menschen schützen
zu lieben
und geliebt zu werden.

(Andrea Schwarz)


Wo du geliebt wirst,
kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst,
zählst du nicht nur als Artist,
wo du geliebt wirst,
darfst du so sein, wie du bist.
Wo du geliebt wirst,
mußt du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen, auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Fehler machen
und du bist trotzdem nicht hässlich und klein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Schwächen zeigen
oder den fehlenden Mut,
brauchst du die Ängste nicht zu verschweigen,
wie das der Furchtsame tut.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumender sein,
und für Versäumnisse, fehlende Gaben
räumt man dir mildernde Umstände ein.
Wo du geliebt wirst,
brauchst du nicht ständig zu fragen
nach dem vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.

(Elli Michler)