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Dienstag, 27. Juni 2017

Sonntag, 25. Juni 2017

"Ich habe damals mit allem geredet, mit dem ich zusammenkam, mit Käfern und mit dem Moos, mit Steinen und Quellen. Es war alles lebendig, und ich selbst war nichts anderes als sie alle.
Wenn ich über die waldigen Abhänge hinschaute, geschah es mir immer wieder, dass aller feste Stoff sich vor meinen Augen auflöste und alles durchscheinend wurde, als sei es aus Glas. Die Bäume verloren ihre Dichte und wurden, als wären sie aus Licht. Die Felsen wurden durchscheinend auf die Erdtiefe, die dahinter und darüber war. Die Hügelkämme am Horizont gingen über in die abendliche Helligkeit, so, als wäre diese ganze wunderbare Welt, in der ich lebte und schaute, nur ein kaum wirklicher Vordergrund zu einem Land aus Licht und geistiger Kraft.
Wenn ich den Wald wieder verliess war er in mir und ich selbst war eine Art Wald. Ich brachte ihn mit in die Stadt und füllte die Stadt mit "Wald". Mit Unabhängigkeit. Mit Phantasie. Mit Lebendigkeit."

(Jörg Zink)

Mittwoch, 21. Juni 2017

Dienstag, 20. Juni 2017

Nahe den Berge
klingt der Felsboden
hohl unter den Schritten.
  
Er sagt dir: 
Denk daran,
die Erde ist eine Trommel.
  
Wir müssen sorgsam
auf unsere Schritte achten,
um im Rhythmus zu bleiben.

(Joseph Bruchac)

Samstag, 17. Juni 2017

Ich will an Dir wachsen. 
Ich will der Baum sein, 
den Du, mein Efeu, 
immer weiter in die Höhe treibst. 
Ich will für Dich gross sein. 
Ich will Dir etwas sein.

(Georg Heym)

Mittwoch, 7. Juni 2017

Sein

die vergänglichkeit
mit dem leisen raunen
eines spätsommernachmittags füllen
das flirrende licht
in den händen zerfliessen lassen
aufgebrachte stille
eindringlich umarmen
dem auge den verlust
des unwichtigen gönnen
im wechsellicht mit dir
unberechenbar bleiben
reifen und lieben

(Hermann Josef Schmitz)

Dienstag, 6. Juni 2017

To keep your heart open
is probably the most 
urgent responsibility
you have as you get older

(Leonard Cohen)

Donnerstag, 1. Juni 2017


Wir zögern
wie der Wind
und die Wolke
zwischen Kommen
und Gehen
Warten
auf ein Geschenk
vom Himmel
das gestohlene Blau

(Clo Duri Bezzola)

Dienstag, 30. Mai 2017

Sonntag, 28. Mai 2017

Lebendig ist, wer wach bleibt
sich den anderen schenkt
das Bessere hingibt
niemals rechnet.

Lebendig ist, wer das Leben liebt
seine Begräbnisse seine Feste
wer Märchen und Mythen
auf den ödesten Bergen findet.

Lebendig ist, wer das Licht erwartet
in den Tagen des schwarzen Sturms
wer die stilleren Lieder
ohne Geschrei und Schüsse wählt
sich zum Herbst hinwendet
und nicht aufhört zu lieben.

(Luigi Nono)

Freitag, 26. Mai 2017



zeit  webt  silber 
fäden  in  mein  haar 
unverdrossen  blüht 
grenzenlosigkeit 
will  noch  immer  alles 
oder  nichts 
malt  regen 
bogen  durchs  herz 

( Marianne  Rieter )

Donnerstag, 25. Mai 2017


luft

auf wieviel flügeln
ruht die luft.
schweben ist schwer
das oben
bodenlos.
luftspiegelung
ein traum im sand
wir pflanzen wörter
im luftfeld
gehen
von wort zu wort.
auf wievielen flügeln
ruhen wir
im gehen.

(rose ausländer)

Mittwoch, 24. Mai 2017

die sehnsucht
lässt die erde durch die finger rinnen
alle erde dieser erde
boden suchend
für die pflanze mensch

(Hilde Domin)

Dienstag, 23. Mai 2017


jetzt hoch hinaus
und in des himmels blaue weite
schon leuchten müde
nur noch weiss verblühte sterne
an rändern zwischen grossen bäumen

jetzt hoch hinaus
und ohne flügel deine seele
wie eines flusses wellen ohne an ein ende zu gelangen
wie eines windes segel aufgespannt und frei

jetzt hoch hinaus
und losgelassen von des ortes freude
wo die erinnerung sich wie ein stilles nest hinschmiegt

(Hermann Josef Schmitz)

Sonntag, 21. Mai 2017

dass man ist
dass man gewesen ist
hier war
oder hätte sein können
ein grund für etwas
eine decke für etwas
eine nach der man
sich streckt decke
die zudeckt eine
verdeckt
ein fell
für alle fälle
grün
durch das
der wind geht
und liest

(Doris Runge)

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sonntag, 14. Mai 2017

Weg

Allein und zu zweit gehn,
die Vorzeichen nicht übersehn,
im Visier die Uhr
ohne Zeiger.

(Erika Burkhardt)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Gute Wünsche

Mögest du die Augenblicke auskosten,
ohne nach morgen zu fragen.
Mögest du dich und die Welt
von innen heraus wahrnehmen.
Mögest du der Wildnis Platz geben.
Mögest du im Sturm singen
und mit dem Donner trommeln.
Mögest du einen Funken
Chaos in dir erlauben,
einen neuen Stern zu gebären.
Mögest du immer
Spielräume haben,
Zeit, mit den Wolken zu ziehen
und am Fluss die Gedanken
fliessen zu lassen.
Mögest du das Lachen
der Schmetterlinge hören.
Mögest du dich von Jasmindüften
betören lassen.
Mögest du dich wiegen lassen
in den Armen deiner Liebsten.
Mögest du vor dem Spiegel stehen
und dich schön finden.
Mögest du mit deinem Lachen
die Leichtigkeit nähren.
Mögest du dir alles verzeihen.
Mögest du dich morgens
an schöne Träume erinnern können.
Mögest du im Blütenregen
ans Ende der Welt tanzen.
Mögest du dir erlauben
anders zu sein.
Mögest du dir
Verrücktheiten zugestehen.
Mögest du nach Feuer riechen
und frischem Heu.
Mögest du mit Spinnen
ins Gespräch kommen
und in Wasserfällen
aus Stein baden.
Mögest du dir
ein Gedicht schreiben,
ein Bild malen und
deinen Namen flüstern.
Mögest du deinen Reichtum
weiterschenken, auf dass
Freude und Glück dort sind,
wo Du bist.
Mögest du immer wieder
die Stille finden.
Mögest du der Göttin vertrauen
und dich des Lebens freuen.
Mögest du deine
Schöpferinnenkraft entfalten
und eine reiche Ernte haben.
Mögest du mit den Flügeln
von Weisheit und Mitgefühl fliegen.
Mögen dich immer
gute Wünsche begleiten

(Cambra Skade)

Mittwoch, 10. Mai 2017

Montag, 1. Mai 2017